Frankenweck


Meine Frankenweck – oder, wie ich den Fränkischen Kipf backe.

Man nennt dieses Brötchen auch Zipfelweck. Einfach, weil die Enden zu kleinen Zipfelchen geformt werden. Egal wie er heißt, er schmeckt einfach herrlich nach Weck wie ich sie von meiner Kindheit noch kenne. Und was besonders daran ist, der Weck schmeckt auch am nächsten Tag noch hervorragend.

Aber was soll ich lange beschreiben. Hier ist er, mein

Frankenweck, nur echt mit den Zipfelchen

Was braucht es für 25 Weck a 80g Teigeinlage:

Poolish:
  • 250g Weizenmehl 550
  • 250g Wasser
  • 0,3g Frischhefe

Alle Zutaten mischen und ca 20 Std. bei Raumtemperatur (ca 26°-28°C) reifen lassen.

Hauptteig:
  • Poolish
  • 920g Weizenmehl 550 (ich: Draxmühle)
  • 65g Roggenmehl 1150
  • 465g Wasser
  • 5g Frischhefe
  • 26g Salz
  • 13g Butter
  • 13g Zucker

Was und wie mache ich es:

Alle Zutaten werden für ca 20 Minuten auf langsamer Stufe geknetet (Fenstertest). Anschließend 40 Minuten zur Stockgare gestellt. Dabei zweimal falten. Nun kommt der Teig über Nacht (ca 12 Std.) in den Kühlschrank bei 4°-5°C zur Gare.
Für mich perfekt sind zur Teiglagerung  und zur Gare die Teigwannen (nicht billig, aber optimales Handling, perfekte Maße für den Kühlschrank und lebensmittelecht!) von bongu.de

Am nächsten Morgen aus dem Kühlschrank holen, den Teig auf die Arbeitsfläche kippen, abmehlen und ca 30-40 Minuten akklimatisieren lassen.

hier liegt der Teig zum akklimatisieren auf der Arbeitsfläche

Zu 80-83g Teiglinge abwiegen und rundformen. Anschließend mit reichlich Mehl länglich formen. Ich benutze übrigens hierzu immer Roggenmehl wegen des etwas kräftigeren Geschmacks.

Nur schließt sich eine Stückgare in Bäckerleinen auf dem Schluß (Naht nach unten) von ca 75 Minuten bei 27°-28°C an.

Gebacken werden die Teiglinge dann mit dem Schluß nach oben. Die Naht platzt dann im Backofen herrlich auf. Der Weck muss nicht eingeschnitten werden.

Backen bei 250°C fallend auf 230°C mit kräftigem Schwaden für ca 18-20 Minuten.

mein Frankenweck – typischer fränkischer Weck mit kleinen Zipfelchen an den Enden

Die Weck eignen sich auch hervorragend für den Vorrat.
Dafür backe ich sie nur halb, heißt 10 Minuten. Anschließend auskühlen lassen, in Plastiktüten verschließen und einfrieren. Bei Bedarf über Nacht in der Tüte auftauen lassen, mit der feuchten Hand von allen Seiten abstreichen und bei 240°C für ca 6-7 Minuten bis zur gewünschten Bräune fertig backen.

links fertig gebacken – sechs halbgebacken für den Vorrat

… ab damit in den Gefrierschrank

Wer jetzt aufmerksam den Text gelesen hat und mich kennt, der hat sicher bemerkt das der Kümmel fehlt. Zu meiner Schande muss ich zugeben, ich habe ihn vergessen. Asche auf mein Haupt!!!

Also, willst du einen wirklich richtig echten Fränkischen Kipf essen, dann
gib ca 1 Handvoll Kümmel in den Teig.

Buon appetito
Werner

 

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Aktion 6:2, die 4.


Ich weiß, es läuft sehr unregelmäßig hier zur Zeit. Aber das 1.0 Leben ist so prall ausgefüllt, da bleibt zum Bloggen wenig Zeit. Natürlich wird täglich gekocht. Oft ein Foto auf Instagram gepostet. Das geht schnell und braucht keine Zeit um sich Text dazu zu überlegen und nieder zuschreiben.
Jetzt aber, gestern war wieder eine Aktion 6:2 und die ist es schließlich wert, hier in meinem Foodblog verewigt zu werden.
Als Leser meines Blogs kennst du die Aktion. Wenn du neu bist, dann schau mal hier bei der ersten Ausgabe nach: Aktion 6:2

Was stand also alles zur Verfügung:

  • Seelachsfilet
  • Filoteig
  • Spargel
  • Rosenwasser
  • Schafskäse
  • Bulgur

Spannende Sache. Dazu kommt natürlich, dass die Kräuter im Garten in voller Blüte stehen und direkt danach schreien, das tägliche Essen aufzuwerten.

Nach etwas längerem Überlegen, Wer und Was mit Wem, kam folgendes heraus:

Die Vorspeise:

Spargel aus der Pfanne, dazu Bulger mit Gemüse und Schafskäseeinlage

Spargel aus der Pfanne, ein Klassiker in meiner Küche. Der Spargel wird in Stücke geschnitten und in Olivenöl bissfest angebraten. Dann mit Salz, Pfeffer und Zucker gewürzt und etwas Estragon dazu. Noch mit etwas Creme di Balsamico verfeinert. Fertig.
Bulgur, für mich was Neues. Das klingt so gesund, so nach Veggie. Aber wat mut, dat mut.
Ich halte mich mal sicherheitshalber an die Packungsbeilage. Bulgur mit kochenden Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. (Hätten auch 5 Minuten mehr sein können) Zur Verfeinerung kommen noch Paprika- und Zwiebelwürfelchen, Raddicchio und Schafskäse mit dazu.

Spargel, klar, geschmacklich perfekt. Der Bulgur, naja. Zur Überraschung stellten wir aber fest, dass die Kombination Spargel mit unserem Bulgur verdammt lecker war. Definitiv eine Variation für die nächste Spargelsaison.

Zwischendurch sah es schon mal etwas chaotisch aus….

Weiter zur Hauptspeise:

Seelachsfilet mit Kräuter im Filomantel

Das Seelachsfilet in Portionen geschnitten. Dann zwei, mit Olivenöl bepinselte Filoteigblätter übereinander gelegt, das gesalzene und gepfefferte Fischstück draufgelegt und ordentlich mit der Kräuter-Zwiebel-Mischung bestreut. Die bestand aus Salbei, Rosmarin, Thymian, Muskatsalbei, Petersilie, Zitronenmelisse und Zwiebelwürfelchen. Den Filoteig von allen Seiten zu einem Päckchen einschlagen und mit Olivenöl bestreichen. Im Rohr für ca 20 Minuten bei 190°C backen.

Ist jetzt wahrscheinlich keine neue Erfindung, aber uns schmeckte es hervorragend.

Zum Abschluss eine schnelle Nachspeise:

Erdbeere-Yoghurt-Träumchen im Glas

Wieder mal schnell im Garten bedient und ein paar Erdbeeren gepflückt. Dazu kam, dass ich am Wochenende einen Obstboden gebacken habe,  der mir nicht so richtig gelungen ist. Manchmal spielt der Zufall richtig mit. Der Boden war zu saftig, bzw. Ich hätte ihn 5 Minuten länger backen lassen müssen. So klebte er auf der Kuchenplatte fest. Ich habe einen neuen gebacken, den alten zerbröselt und die Brösel mal stehen lassen. Und die fanden hier die perfekte Verwendung. Die Kuchenstücke wurden mit Schokoraspel und dem Rosenwasser etwas aufgepeppt. Dann in einen kleinen Ring gegeben, ein paar halbierte Erdbeeren obenauf und mit einer Creme aus (selbstgemachten)Yoghurt, aufgeschlagener Sahne und Vanillezucker aufgefüllt. Die Zeit bis Vor- und Nachspeise vertilgt war reichte aus, damit die Creme im Kühlschrank fest wurde und einen Stand bekam.

Geschmackliches Urteil: Gibt es nix zu meckern. (Hohes Lob eines Franken)  😃

Buon appetito
Werner

 

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Mainbrot – mein Lieblingsbrot


Endlich geht es online. Mein liebstes Brot, mein Standard, mein

Mainbrot

Ein kleines Wortspiel mit dem Brotnamen, da ich ja direkt am Main wohne. Soviel haben schon danach gefragt, deshalb wurde es höchste Zeit es zu bloggen.
Wie das bei einem Naturprodukt wie Getreide und das daraus entstehende Mehl nun einmal so ist, fällt es immer mal anders aus.
Gut so!
Ich will kein glattgebügeltes Mehl, das durch irgendwelche, nichtdeklarierten Enzyme immer die gleichen Eigenschaften hat. Da ist mir ein natürliches Mehl allemal lieber und ich nehme Schwankungen und Schwierigkeiten beim Backen gerne in Kauf. So auch hier bei meinem Roggenmischbrot.
Die Roggenmehle der 2016er Getreideernte können nicht soviel Wasser aufnehmen, als die der Ernten der Jahre davor. Deshalb musste ich mich hier, wie auch bei allen anderen Brotrezepten, erst wieder an die richtige Wassermenge herantasten. Jetzt aber bin ich wieder zufrieden und deshalb wurde es jetzt höchste Zeit, mein Lieblingsbrot zu bloggen.

Mainbrot – Mein Lieblingsbrot

Die Rezeptur ist für 5 Laibe a 1kg – ich liebe große Mengen 😃 
Bitte beachte, das die Wassermenge auf mein Mehl, das ich von der Draxmühle beziehe, abgestimmt ist. Andere Mühlen, andere Mehlhersteller bedeutet andere Wassermengen.
Und natürlich muss Kümmel ins Brot, ansonsten ist es kein fränkisches Roggenmischbrot. Der Franke an sich und ich im besonderen bin ja ein echter Kümmelliebhaber.
Als Basis für mein Rezept habe ich mich bei Schelli orientiert. Durch das italienische Tipo 0-Weizenmehl bekommt das Brot eine sensationelle Frischhaltung und lässt sich auch nach 5-6 Tagen noch bestens essen.
Rezept für das Mainbrot
Sauerteig
  • 1000g Roggenmehl 1370 (Draxmühle)
  • 900g Wasser (45°C)
  • 200g ASG
  • 25g Salz
12-16 Stunden bei 25°C reifen lassen
Quellstück
  • 250g Altbrot (getrocknet + gemahlen)
  • 750g kochendes Wasser
  • 50g Salz
Abgedeckt ebenfalls ca 12 Stunden kühl lagern
Hauptteig
  • Sauerteig
  • Quellstück
  • 750g Roggenmehl 1370 (Draxmühle)
  • 750g Tipo 0 (Bongu)
  • 680g Wasser (45°C)
  • 80-100g Kümmel
10-12 Minuten kneten – TT ca. 28-30°C
Jetzt schließt sich die Stockgare von 30-45 Minuten bei ca. 26°C an.
Anschließend den Teig rundwirken und mit offenem Schluss nach unten in Gärkorb legen.
Stückgare ca. 90 Minuten bei ca. 28°C.
Anschließend mit dem Schluß nach oben backen. Das Brot eignet sich auch hervorragend zum backen im Topf.
Bei 250°C fallend auf 220°C mit Dampf 45-50 Minuten kräftig und dunkel ausbacken.
Buon appetito
Werner

Piadini


Valentinstag, oder sollte ich besser sagen: Backwahntag?

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Zum Ausklang des Valentinstages 2017 gab es „Piadini a la Casamia“

Es träfe zumindest den Charakter meines heutigen Tages besser. Heute vormittag wurden zu allererst Plunder-Quark-Herzen gebacken. Ich dachte schon, ich war zu langsam beim Fotografieren der fertigen Herzen, aber bekam dann doch überraschenderweise noch ein Foto der kleinen Teilchen. Aus dem Rest des Plunderteiges wurden Croissant gerollt. Ich musste ja das in Berlin bei Schelli und Didi Kappl gelernte Wissen umsetzen.

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Danach bzw. währenddessen setzte ich einen Brotteig aus französischem T110-Mehl mit einer Madre di Lugano an. Für mich eine Premiere, ein Weizenbrot gänzlich ohne Hefe oder Weizensauerteig. Um es schon mal vorab zu dokumentieren: ein tolles, geschmacklich ausgewogenes Brot ist mir da gelungen. Und weil ja schließlich Valentinstag gewesen ist, wurde mal schnell ein kleines Herz in die Rinde Kruste geritzt.

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Ich glaube, ich nenne es T110-Valentinusbrot

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Piadini

Jetzt aber zum eigentlichen Thema des Blogbeitrages heute, den Piadini.

Wie gesagt, ich fühlte mich im Backwahn, also sollte es für das Abendessen auch etwas „gebackenes“ werden. Ich entschied mich für Piadini. Italien, backen, klar oder …..

Piadini, diese relativ dünnen Teigscheiben werden in der Pfanne mit etwas Olivenöl ausgebacken.
Der Teig ist schnell zusammengeknetet. Mit einem elektrischen Helferlein noch schneller.

Für 2 Teigfladen braucht es:

  • 60g Wasser
  • 50g Milch
  • 250g Weizenmehl
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • 1 Prise Salz

Alles gut verkneten, in 2 Kugeln teilen und für ca 20-30 Minuten abgedeckt ruhen lassen.
Dann auf Pfannengröße ausrollen und mit etwas Olivenöl für ein paar Minuten auf jeder Seite backen bis die Fladen Farbe angenommen haben.

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FERTIG!

Fast.
Jetzt einen Teigfladen nach Belieben belegen, den zweiten Fladen obenauf legen und vierteln.

Ich habe mich für Eisbergsalat, Tomate, Kochschinken, Stifte von Zedratzitrone, etwas Fenchelsalz und Balsamicoessig, abgeschlossen mit Gouda entschieden.

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Jetzt aber, Abendessen. Mit einen Glas Rosso di Montalcino ein Genuß nach einem erfolgreichen Backtag.

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Und das schöne daran, übriggebliebene Stücke einfach in Klarsichtfolie einschlagen und morgen kalt auf Arbeit genießen.

Buon appetito
Werner

2017 – eine neue Herausforderung


Du hast es sicher schon bemerkt, in den letzten Wochen ist es hier etwas ruhiger gewesen. Das hat vielerlei Gründe. Einer ist sicher der Tatsache geschuldet, dass ich nicht die zwölfundreißigste Version von Spitzkohlgemüse oder eines Roggenmischbrotes bloggen möchte. Es kommt dazu, das die Anzahl der Lieblingsgerichte stetig steigt.  Und das Wort Lieblingsgericht beinhaltet ja, das möchte man öfter essen. So ergeben sich quasi automatisch immer weniger Möglichkeiten, Neues auszuprobieren. Was ich auch sehr schade finde.
Ja, ich gebe auch zu, der innere Antrieb hatte auch etwas gefehlt. Ich brauchte mal etwas Abstand. Da ich diesen Blog ja aus purer Spaß an der Freud betreibe und keinen kommerziellen Zwecken hinterher hechle, muss und will ich von innen heraus Lust an der Sache verspüren.
Und die habe ich jetzt, passend zum Jahreswechsel, wieder gefunden.
Es soll hier mit der Zeit eine neue Rubrik entstehen:

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Ein ganz einfaches Spiel.
Ich bekomme wahllos und ohne Plan sechs Zutaten auf die Küchentheke gelegt und es wird sofort los gekocht. (Nein, ich will mich nicht mit Stefan Henssler vergleichen.) Daraus sollen im Idealfall 2 Gerichte entstehen. Evtl. kann ich eine Zutat auswechseln und natürlich darf ich Basics und Gewürze hinzufügen.
Das ist überraschend, das macht Laune.

Man könnte es auch „Kochen, mal anders“ formulieren.
Die Gedankenspiele rund um die Zutaten zu einem geplanten Gericht im Vorfeld sind nicht mehr vorhanden. Es geht auf den Punkt los. Ich werde zwangsläufig meinen Horizont um neue Geschmackskombinationen erweitern und bin mir sicher, es wird nicht alles zu einer Leibspeise werden. Muss es ja auch nicht, der Spaß in der Küche steht im Vordergrund.

Und wie schon immer in den vielen Jahren meines Kochbloggerlebens, es gilt auch hier mein Motto: Vom Kochtopf auf den Teller und sofort ab auf den Tisch.
Die Kamera ist live zwischendrin dabei. Da wird nix extra arrangiert fürs Bild, dafür ist keine Zeit. Ich möchte warm essen. 😃

So und jetzt genug geschwafelt. Die Spiele mögen beginnen….

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Klappe, die Erste: 6 Zutaten – 2 Gerichte

Schwarzwurzel, Süßkartoffeln, Mango, Brokkoli, Kokosmilch und einen Riesengockel.

Und schon geht es los, Backofen vorheizen. Zufällig, also wirklich gaaaanz zufällig, hatte ich noch eine Baguettestange im Tiefkühler liegen. Die durfte als Ergänzung ein kurzes Hitzebad nehmen. Für den Gockel, das Wort Hähnchen würde dem armen Tier nicht gerecht werden, entschied ich mich spontan für das Zitronenhuhn nach Marcella Hazan. Die Vorbereitung dauert 5 Minuten. Heißt, Zitronen anstechen, im Inneren versenken, den Wamst zubinden, das Tierchen mit Salz einreiben und schon geht es ab ins, auf 180°C vorgeheizte Backrohr.

Jetzt war Zeit um sich der Vorspeise, dem Primo zu widmen. Schwarzwurzeln liebe ich zwar außerordentlich, aber in meiner Küche sind sie tatsächlich Neuland gewesen für mich. Und da ich den puren Geschmack erstmal im Vordergrund haben wollte, tauschte ich die Kokosmilch gegen etwas Sahne aus. Die Schwarzwurzeln wurden geschält und in Zitronenwasser gewässert bis zum Gebrauch. Aus den Süßkartoffeln sollten Chips werden. Also die Knollen in gleichmäßig dicke, aber etwas stärker als chipsdicke, Scheiben geschnitten, auf einem Backblech mit Salz, Pfeffer, geräuchertem Paprikapulver und Olivenöl vermischt und bei 200°C in den Backofen geschoben. Nach 10 Minuten einmal gewendet, weiter 10 Minuten gebrutzelt und dann waren sich auch schon fertig. In der Zwischenzeit die Schwarzwurzelstangen schräg in gleichmäßige Scheiben geschnitten, mit etwas Olivenöl angebraten, etwas Sahne hinzugeben und ein paar Minuten dünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Ganz einfach, nicht mehr als nötig.

Meine Vorspeise, der Primo

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Schwarzwurzel in leichte Sahnereduktion mit Sesam-Umami-Topping,
dazu Chips von der Süßkartoffel.

Das Huhn war nach ca 1,5 Stunden und zweimal wenden auch fertig. So konnte dann der Brokkoli kurz in Olivenöl angebraten werden. Nach ein paar Minuten Mangowürfeln und eine Knoblauchzehe in Scheiben geschnitten dazugeben und mit Salz und etwas Pfeffer abschmecken. Auch hier die Devise, möglichst puristisch.

Brokkoli und Mango in der Pfanne

Brokkoli und Mango in der Pfanne

das Zitronenhuhn nach Marcella Hazan

das Zitronenhuhn nach Marcella Hazan

Mein Hauptgericht, der Secondo

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Zitronenhuhn an Brokkoli-Mango-Gemüse aus der Pfanne,
dazu Baguette „Casamia“

Meine erste Herausforderung war gemeistert. OK, es kann exotischer oder wilder werden. Aber wie gesagt, der Spaß in der Küche steht im Vordergrund.
Und dabei wurde ich zu meiner 1. Aktion „6 Zutaten-2 Gerichte“ mit einem herrlichen Nachtisch belohnt.

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Kokosmilch mit Chiasamen, Himbeeren, Cashewmus mit Honig und Sahne. Obenauf Himbeeren und geröstete Kokosblättchen

Wenn ich immer solch‘ leckeren Dolce genießen darf, dann wird es viele meiner neuen Koch-Spaßaktionen geben. 😃

Und für das Archiv zum Schluß, selbstredend, dass der Gockel für eine halbe Kompanie gereicht hätte…

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Buon appetito
Werner

Maultaschen


Nach meinen handgeschabten Spätzle war es höckschte Zeit, endlich richtige Maultaschen zu basteln. Ich entschied mich dabei für die „offene“ Version. Normale Teigtaschen, also Ravioli gibt es ja öfter.
Bei der Rezeptur hielt ich mich nicht ganz an die Vorgaben in meinem kleinen Rezeptbüchlein vom 1.Foodblogger-Hocketse in Ludwigsburg.
Bisschen eigene Handschrift schadet ja bekanntlich nie.

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Nudelteig, fast wie immer:

  • 2 Eier
  • 4 Eigelb (hatte ich von der Lebkuchenbackerei übrig)
  • 250g Mehl 550
  • 250g Hartweizengrieß
  • Schuss Olivenöl
  • etwas Wasser

Für die intensive Farbe des Pastateiges war hier eine Messerspitze Kurkuma zuständig. Eier von meinem „Glückliche Hühner“-Lieferanten sind zur Zeit sehr knapp. Sie wollen nicht so wirklich regelmäßig legen. Also musste ich ausnahmsweise gekaufte Eier nehmen.
Den Nudelteig lasse ich mittlerweile komplett von meiner Kitchenaid kneten. Was soll ich mich plagen…..

Für die Füllung:

  • 400g Spinat, gehackt
  • 1 Zwiebel, klein gehackt
  • 1  Brötchen
  • 200g Rinderhackfleisch
  • 2 Salsicce (ersatzweise grobe Bratwürste)
  • 2 Eier
  • 2 EL Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Die Zwiebelwürfelchen habe ich kurz angedünstet und das Brötchen in kleine Würfel von ca 1x1cm geschnitten.

Dann alles miteinander gut vermengen und kräftig abschmecken. Evtl. noch etwas Semmelbrösel zugeben damit die Konsistenz nicht zu flüssig ist.

Jetzt geht es an schon an die Maultaschenbastelei.
Nach Berichten von Foodbloggerkolleginnen ist das eine aufwändige Aktion mit diesen Täschli.
Fand ich irgendwie überhaupt nicht.
Für den Nudelteig und das auswalken ist die Kitchenaid zuständig. Auf die langen Teigbahnen kommt eine gut daumendicke Bahn der vorbereiteten Füllung. Dann den Nudelteig  der Länge nach einrollen, etwas platt drücken und in ca. 5-6cm lange Stücke schneiden.

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So warten die Maultaschen darauf, im siedenden Wasser ca 15 Minuten ziehen zu dürfen.

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Dazu gab es einen schön schlonzigen Kartoffelsalat mit toskanischem Speck der noch vom letzten Urlaub im Vorrat schlummert.

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Mein Fazit, wieder was, das man öfter machen muss. Das nächste Mal dann mit kreativer Füllung.

Aus dem restlichen Nudelteig wurden kurzerhand Tagliatelle gemacht und an meiner Pasta-Trocknungsmaschine aufgehängt.

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Ach ja, jetzt hätte ich es fast vergessen. Die Eigelb, 8 an der Zahl, waren von meinen Lebkuchen übrig.

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Ich schwärme ja selten, aber die Lebkuchen nach Dirk’s Rezept sind wirklich die Besten. Ich backe  sie schon jahrelang und freue mich das ganze Jahr auf diesen Genuss. Wichtig ist dabei, richtig gute Zutaten zu verwenden. Für mich übrigens die ersten Wahl für Haselnüsse, Zitronat und Orangeat ist bongu.de, mein Lieblingsmehllieferant.

Buon appetito
Werner

Küchle vom Butternut


Ich habe es ja schon oft erwähnt, ich bin eine Fan vom Kochstil des Engländers Jamie Oliver. Deshalb war er auch meine erste Adresse beim Sichten von Kürbisrezepten. Jetzt bin ich ja bisher nicht wirklich ein Fan von diesem Gemüse. Aber mein Garten hat mich etwas ausgetrickst. Ich hatte im Frühjahr noch Platz und dachte mir, setzt du eine Butternut-Kürbispflanze dahin, dann brauchst du dich um dieses Fleckchen Erde nicht mehr kümmern. Und außer dem täglichen Gießritual bekam er im Sommer auch keine Zuneigung von mir. Aber der Kerl war nicht nachtragend, ganz im Gegenteil. Als wollte er mir sagen, probier mich mal, du wirst staunen. Kurz und gut, die Ernte war dann am Sonntag mehr als ausreichend für meine Bedürfnisse.

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So suchte ich also nach Kürbisverwertungsmöglichkeiten außerhalb der Suppengeschichte. Fündig wurde ich eben gleich mal bei JO. In seinem Buch „Cook clever mit Jamie“ *(Affiliate-Link) hat er ein paar interessante Kürbisrezepte. Da probiere ich mich jetzt mal durch die nächste Zeit. Kürbisse habe ich ja genug….

Die Premiere heute:

Kürbisküchle mit Tomatensugo, frittierten Salbeiblätter und Belper Knolle

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Im Original bei Jamie Oliver heißt das schlicht Kürbispuffer.
Und weil ich sein Rezept ja nur als Orientierung genommen und vieles verändert habe, darf ich ihnen auch einen anderen Namen geben.

Was braucht es also zu meinen Kürbisküchle?

Zutaten für 1 Person
  • 1 Butternut (meiner hatte ein Gewicht von 1kg, ich habe mal mit dem kleinsten angefangen), davon dann die Hälfte
  • 40g Mehl
  • 20g Hartweizengrieß
  • ¼  TL Backpulver
  • 1 Ei (von glücklichen Hühnern)
  • 100g Hüttenkäse
  • Salz und Pfeffer
  • Butter
  • Rapsöl
Zubereitung

Zuerst wird der Butternut so wie er ist im Ganzen in eine ofenfeste Form gelegt und im Backofen bei 180°C je nach Größe für 2-2,5 Stunden weich gebraten. (Bei mir dauerte es 2 Stunden) Dann aufgeschnitten und die Kerne entfernt.

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Jetzt mit einem Löffel das Kürbisfleisch aus der Haut schälen. Für meine Rezeptmenge braucht es nur die Hälfte des Kürbis. Die andere Hälfte wird dann die nächsten Tage verarbeitet.
Dieses Kürbisfleisch habe ich mit dem Stabmixer kurz bearbeitet um es gleichmäßig fein zu bekommen.
Anschließend alle weiteren Zutaten dazugeben und gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer gut abschmecken. Wer es etwas pfiffiger haben möchte, der kann dem mit etwas gemahlener Chilischote nachhelfen.

Diese Masse kurz quellen lassen.

Zeit um eine rote und eine gelbe Paprika, sowie eine kleine Zwiebel in feine Streifen zuschneiden und etwas Fetakäse in größere Würfel. Ein Dressing angerühren, sowie etwas Petersilie (der steht noch gut im Garten) kleingehacken. Fertig war ein frischer Salat.

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Jetzt in einer Pfanne mit einem Spritzer Rapsöl den Teig mit dem Löffel in 4 Portionen geben und bei milder Hitze langsam goldbraun braten. Beim Wenden habe ich in die Mitte der Pfanne noch einen Klecks Butter gesetzt und ein paar Salbeiblättchen in der ausgehenden Butter mit frittiert. Durch mehrmaliges Drehen der Küchle bekommen auch diese den vollen Buttergeschmack ab.

Wenn beide Seiten schön knusprig aussehen, herausnehmen und anrichten. Um dem Ganzen noch einen kleinen Pep mitzugeben, habe ich etwas meines Tomatensugo, das ich aus meinen toskanischen Tomaten mit Zwiebeln geköchelt habe, erhitzt und darüber gegeben. Oben auf Belper Knolle gerieben. Da geht natürlich genauso gut Parmesan oder ein anderer würziger Hartkäse. Vielleicht sogar ein Pecorino.

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Und bevor jetzt Nachfragen kommen;  ja, ich habe die 4 Küchle alleine verputzt. 😃

Beim Gang in den Garten um Petersilie und Salbei zu holen traute ich meinen Augen nicht. Wurde doch tatsächlich eine Erdbeere an meinen im Sommer frisch gesetzten Pflanzen im Laufe dieser Woche noch rot. Richtig rot und von einer stattlichen Größe.

Was für ein Fest, die Nachspeise war gesichert. 😃

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So und ich bin jetzt richtig heiß auf das nächste Kürbisgericht. Vielleicht werde ich ja doch noch zum Butternut-Fan …….

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Buon appetito
Werner