Topfbrot Premiere, ein Erfahrungsbericht


Lange habe ich mich dagegen gewehrt, ein Brot im Topf zu backen. Das ist seit einigen Monaten ja der Trend bei den Hobbybäckern. Warum sollte ich auch? Erstens habe ich einen Steinbackofen im Garten stehen und zweitens backe ich in der Regel immer größere Mengen Brot. Da kommt man dann mit einem Topf im Backofen nicht weit.

Am Sonntag wollte ich es dann doch wissen.
Nachdem ich mich die Tage davor etwas schlau gemacht hatte, welcher Topf denn der Beste sei, wagte ich gestern den Versuch:

Topfbrot aus der Piccola Panetteria

Topfbrot-Premiere 2

Ich denke, die Optik ist schon mehr als ansprechend!

Aber von Vorne.
Wie gesagt, Ich hatte mich etwas schlau gemacht, welcher Topf der Richtige sei. Schließlich haben viele meiner Foodblog- und Backblogfreunde schon Erfahrung und ich muss das Rad ja nicht neu erfinden. Zudem wollte ich ja wegen eines Backversuches nicht gleich einen gußeisernen Topf de Luxe kaufen. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass meine Backkollegen/Innen mit den unterschiedlichsten Töpfen alle zu zufriedenstellenden Ergebnissen gekommen sind. So beschloss ich kurzerhand, meinen alten beschichteten Alubräter zu verwenden. Dieser fristet seit der Umstellung auf Induktion in der Küche eh nur noch ein jämmerliches Dasein in der hintersten Ecke des Schrankes.

Topfbrot-Premiere 5

Am Freitag begann ich meinen Sauerteig aufzufrischen um ihn zu einer guten Triebkraft zu verhelfen. Am Samstag dann, wurde die erforderliche Menge Sauerteig für 1 Roggenmischbrot mit 1,5kg angesetzt. Ich entschied mich dabei für meine Standardrezeptur „Roggenmischbrot casa mia„. So hatte ich ja den besten Vergleich. Einzig die Hefemenge verwende ich nicht mehr so wie im Rezept. Hier nehme ich mittlerweile nur noch um Hälfte der angegebenen Menge. Also maximal sparsame 8-10g!
Gestern vormittag dann, wurde der Teig geknetet und auf Gare gestellt. Ganz so, als wenn ich im Steinbackofen backen würde. In der Zwischenzeit der Backofen inclusive Bräter auf 240°C erhitzt.

Das Einsetzen des Brotlaibes in den heißen Bräter verlief weniger spektakulär als gedacht. Ich hatte mein Brot ohne Gärkorb auf Gare gestellt und konnte es so leicht mit den Händen in den Bräter legen. Also keine Brandblasen!
Den Deckel aufgelegt kam das Brot nun für 45 Minuten in den Ofen. Die Temperatur schaltete ich derweil auf 220°C zurück. Schwaden sparte ich mir natürlich auch, war ja ein Deckel auf dem Topf.
Nach dieser Backzeit dann, habe ich den Deckel abgenommen damit das Brot noch eine schöne Bräunung von oben bekommt. So durfte das Brot im Bräter noch 15 Minuten im Ofen verweilen.

Ja, wie du oben gesehen hast, bekam mein Roggenmischbrot eine fantastische Optik mit einer herrlich aufgeplatzten Kruste.
Geschmacklich schmeckt es wie im Backofen ohne Topf auf Stein gebacken. Da fehlt mir, verwöhnt wie ich nun mal bin, einfach die Holzofennote.

Zugeben muss ich allerdings, dass ich im Steinbackofen eine solche Optik nicht erreichen kann. Das liegt ganz einfach an der fehlenden Bedampfung und dem unterschiedlichen Feuchtigkeitsklima zwischen Backofen und Steinbackofen.

Topfbrot-Premiere 1

Mein Fazit:

Backen im Topf ist eine prima Möglichkeit, ein Brot mit einer tollen Optik zu backen. Ich werde sicher in Zukunft auch das ein oder andere Brot wieder so backen. Und einen gusseisernen Topf kann ich mir auch sparen. Da reicht mein alter Alubräter vollkommen.

Aber alleine wegen dem ursprünglichen Holzofenbrotgeschmack bleibt mein Steinbackofen die 1. Wahl.
Und dahinter kommt erstmal lange lange nichts …

Frisches Brot aus dem Topf mit Butter .... ist auch nicht von schlechten Eltern :)

Frisches Brot aus dem Topf mit Butter …. ist auch nicht von schlechten Eltern 🙂

Topfbrot-Premiere 3

Buon appetito
Werner

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13 Gedanken zu “Topfbrot Premiere, ein Erfahrungsbericht

  1. Hallo Werner, mit dem Gedanken an ein Topfbrot gehe ich schon seit einiger Zeit „schwanger „… dein tolles Ergebnis haz den Stein ins Rolken gebracht… grossartig

    Liebe Grüße

    das Mehlkäfefchen

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    • Wie ich geschrieben habe, besteht bei mir jetzt nicht unbedingt Handlungsbedarf für das Brot aus dem Topf. Aber die Optik, die man dadurch erzielen kann, die hat mich dann schlußendlich doch gereizt.
      Ich bin überzeugt, du wirst ein Prachtexemplar präsentieren Mehlkäferchen.

      Ciao Werner
      Apropos: du denkst noch an den März? 😉

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  2. Auf den Topf greife ich gelegentlich der Not gehorchend zurück- wenn nur der Heißluft-Ofen in der Nähe ist. Da heize ich den Topf per Grill vor, schalte dann sofort auf Heißluft; und erziele auch ganz nette Resultate. Dennoch, auch ohen Holzofen, bevorzuge ich die frei geschobenen Brote vom Backstein….

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  3. Hallo Werner,

    das sieht richtig rustikal-lecker aus! Die Topfbrotbacken scheiterte hier bisher am passenden Topf (tausend Backformen, aber noch nicht mal nen Alugusstopf….). Ich hatte schon erwartet, dass der „Dampfeffekt“ in so einem Topf doch erheblich sein wird, jetzt aber von dir als Steinofenbäcker solch lobende Worte zu hören, überrascht mich dann schon. Ein Gusseiserner Topf muss her, aber pronto – wird Zeit dass ich das auch endlich probiere!

    Liebe Grüße,

    Susanna

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  4. Danke Werner für den Bericht. Möchte ich auch einmal probieren. Gussbräter habe ich ein paar zur Auswahl und dann mache ich vielleicht den Ofen meiner Frau nicht immer so zur Schnecke mit dem Dampfwasser 😉

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  5. Pingback: Roggenmischbrot Backvergleich | Cucina e piu

  6. Hallo Werner, seit ein paar Jahren backe ich alle meine Brotlaibe und Brotstollen in meinen -vorgeheizten- gußeisernen Brätern (immer mit Deckel). Auch wenn der Teig mal nicht so gelungen ist, das Ergebnis im gußeisernen Topf wird immer top. Die Kruste wird knusprig und nicht hart, die Krume locker.

    Nachteil: meistens verbrenne ich mich doch, wenn das Brot in den Topf kommt!

    Mir plumpst deshalb auch mal vor Schreck der Teig in den Topf, trotzdem erholt er sich wieder beim Backen und es wird ein tolles Brot, ich backe inzwischen (außer Baguette und Brötchen) praktisch keine freigeschobenen Brote mehr, das Ergebnis wird im Topf einfach besser.

    Ich habe 2 große gußeiserne Töpfe, einer rund, einer oval, die habe ich schon ewige Zeiten und haben nun halt noch eine zweite Einsatzmöglichkeit beim Brotbacken gefunden.

    Die sind immer im Einsatz z.B. bei Schmorgerichten, die Hitzeverteilung ist toll, die Hitze wird auch lange gehalten, auch das Ergebnis bei Schmorgerichten ist ganz anders als in einem „normalen“ Topf.

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